Regisseur: Jerzy Kalina
1981
Die einsame Arbeit des alten Bauern und seines Pferdes erfolgt im Rhythmus eines verzerrten Liedes „Geliebtes Land, geliebtes Land“. Klang- und Bildstörungen sowie zurücklaufende Bewegungen der Figuren unterstreichen die Kluft zwischen dem propagandistischen Ideal der Volksrepublik Polen und der Alltagserfahrung. Das morgendliche Rasieren, das leere Innenraum des Hauses und das Fehlen von Angehörigen verstärken das Bild von Isolation und mühsamer Routine. Im Finale fügt sich der Acker, aus der Vogelperspektive gesehen, zu Kreisen zusammen, die an die Rillen einer Schallplatte mit dem Massenlied erinnern. Die Zeichentrickanimation von Jerzy Kalina zeigt den Arbeitsethos des Bauern als Last der Einsamkeit und körperlichen Anstrengung. Das pathetische, kollektive Volkslied steht hier im Kontrast zum Schicksal des Einzelnen, und die formalen „Störungen“ des Bildes werden zur Metapher für das unerfüllte Versprechen der Ideologie und die mit dem Alter wachsende Verbitterung.
Um professionelle Informationen anzuzeigen müssen Sie ein Konto haben